Dr. Tanja Busse, © YOOL

Literaturtage
11.07.25  - 18:00-19:30
Theologische Fakultät der HU


Vortrag und Gespräch mit Dr. Tanja Busse

Der Grund: Die neuen Konflikte um unsere Böden – und wie sie gelöst werden können”

Der Wert des Bodens, das Wunder der Unterwelt, jene Abermillionen von Wurzeln und Würmern, Käfern, Bakterien und Pilzen, die in symbiotischem Zusammenwirken immer wieder neues Leben schaffen, wurde lange unterschätzt und missachtet. Fruchtbare Böden sind weltweit gefährdet. Wie wir mit dem Land, mit den Flächen umgehen, ist die zentrale Zukunftsfrage. Wofür soll der Boden, der Grund genutzt werden: für Beweidung, Ackerland oder klimaresiliente Wälder? Für Wind- und Solarkraftwerke oder Naturschutzgebiete? Für Wohnungen und Gewerbegebiete in wachsenden Städten? Lassen sich Energiewende, Klimaschutz, Biodiversität und Ernährungssicherheit in Einklang bringen? Darf man Flächen für den Anbau von Energiepflanzen nutzen, wenn Menschen hungern? Wer entscheidet darüber: Bauern, Landbesitzer, Investoren, wir alle? Wie ließe sich Verantwortungseigentum für den Boden regeln?

Dr. Tanja Busse ist eine deutsche Journalistin und Autorin. 1999 promoviert sie mit einer Dissertation zum Thema "Weltuntergang als Erlebnis.Apokalyp-
tische Erzählungen in den Massenmedien vor der Jahrtausendwende". Busse hat für mehrere deutschsprachige Zeitungen gearbeitet, wie die Neue Westfälische und Die Zeit, und ist nun freie Journalistin und Autorin.

Ort: Theologische Fakultät der HU
Burgstraße 26, 10178 Berlin

Dr. Tanja Busse ist eine deutsche Journalistin und Autorin. 1999 wurde sie in Dortmund promoviert mit einer Dissertation zum Thema „Weltuntergang als Erlebnis. Apokalyptische Erzählungen in den Massenmedien vor der Jahrtausendwende“. Busse hat für mehrere deutschsprachige Zeitungen gearbeitet, wie die Neue Westfälische und Die Zeit, und ist nun freie Journalistin und Autorin.


Die Spekulation mit Grund und Boden treibt die Bodenpreise in die Höhe und verschärft die soziale Ungerechtigkeit am Wohnungsmarkt. Das Ziel der Stiftung Edith Maryon ist es, Boden der Spekulation zu entziehen und diesen für soziale, landwirtschaftliche und kulturelle Nutzungen zur Verfügung zu stellen. 

«Land in Sicht» gibt einen Einblick in die Pionierarbeit der Stiftung anhand von sieben Projekten in Basel, Berlin, Aesch, Langenbruck und Tartar. Im Fokus stehen die Macherinnen und Macher, Menschen mit innovativen Ideen, allen voran die Gründer, die Anfang der 90er Jahre damit begannen, ihre Vision von bezahlbarem Wohnraum in die Tat umzusetzen.

Der Dokumentarfilm regt an zu einem gemeinwohlorientierten Umgang mit Boden. Die Stiftung möchte mit ihrer Arbeit möglichst viele Nachahmer*innen in allen Ländern dieser Welt ermutigen, die Mechanismen der Bodenspekulation zu verstehen und Boden dem spekulativen Markt zu entziehen.

2024

Literaturtage
Theologische Fakultät
der Humboldt-Universität zu Berlin


04. 07. 2024 I 16:15-17:45uhr Hörsaal
»Kirche. Macht. Missbrauch.
Entmachtet diese Kirche und gebt sie den Menschen zurück«
Lisa Kötter, Künstlerin, Autorin,
Maria 2.0"-Initiatorin.

Kunststudium und Ausbildung in Freiburg, Kassel und Göttingen. Lisa Kötter hat vier erwachsene Kinder und drei Enkeltöchter. Sie lebt als freischaffende Künstlerin mit ihrem Ehemann heute wieder in Münster. Im Jahr 2019 hat sie die Bewegung Maria 2.0 mitinitiiert und engagiert sich seitdem bei vielen Aktionen.


»Wem gehört die Kirche? Ist es die Kirche der Kardinäle und Bischöfe? Nein, sie gehört uns Menschen! Entmachtet den Klerus!«, fordern Lisa Kötter und Maria Mesrian – die zwei bekannten Mitbegründerinnen der Bewegung Maria 2.0.

Die Aufdeckung von Machtmissbrauch monströsester Art erschüttert seit Jahren die römisch-katholische Kirche. Sexuelle Gewalt, Klerikalismus, Verschwendung und Empathielosigkeit gegenüber Opfern kirchlicher Gewalt machen die Menschen fassungslos.

»So grauenvoll die Verbrechen sind, so sehr erschreckt auch die gutachterlich dokumentierte Gewohnheit des hohen Klerus, diese Verbrechen zu vertuschen. Das Versprechen, die Kirche Jesu zu sein, wird gebrochen«, sagen Maria Mesrian und Lisa Kötter. Scham, Schmerz und Solidarität mit den Geschädigten – das sind angesichts der erschütternden Erkenntnisse die Gefühle vieler Katholikinnen und Katholiken. Hunderttausende sind in den letzten Jahren aus der Kirche ausgetreten.

Auch Lisa Kötter hat sich nach 61 Jahren entschieden, die römische Kirche zu verlassen. Als Christin kämpft sie jedoch weiter für Demokratisierung und Gleichberechtigung in der Kirche. Ihre Mitstreiterin Maria Mesrian ist noch Mitglied der römisch-katholischen Kirche und macht von innen Druck. Die beiden sind sich einig: Es braucht eine komplette Kehrtwende. »Wir alle müssen damit anfangen, diese Kirche endlich in Menschenorte zu verwandeln: in Aufwärmorte für die Heimatlosen, in Vertrauensorte, in Orte der gemeinsamen Suche und der Demokratie. Orte, die den Menschen und damit Gott dienen.«

Den Gläubigen empfehlen Kötter und Mesrian ein Ende des Gehorsams. Von den Kirchenoberen fordern sie: »Hört auf, die Sehnsucht der Menschen nach Gemeinschaft, Liebe, Gerechtigkeit und Freiheit zu missbrauchen! Der einzige Weg ist Solidarität und Teilhabe, damit die Bedürftigen nicht nur in gefühlvollen Sonntagsreden vorkommen! Verabschiedet euch von eurer vorgestrigen klerikalen Hierarchie, demokratisiert euch gefälligst und spart euch eure Betroffenheits-Routinen!«

Wolfgang Müller

Literaturtage
10.07.25  - 18.00-19.30h 
Theologische Fakultät der HU


Vortrag und Gespräch mit Wolfgang Müller

„Willst du nur hören, was du schon gehört?“

Zentrale Motive der Anthroposophie. Was sind eigentlich die Kernaussagen der Anthroposophie? Worin unterscheidet sie sich von religiösen oder von anderen spirituellen Strömungen? Und warum löst sie immer wieder so heftige Irritationen, ja Gegnerschaft aus?

Wolfgang Müller, wurde 1957 in Heidelberg geboren und wuchs in Speyer am Rhein auf. Er studierte Geschichte und Germanistik in Heidelberg und Hamburg. Anschließend war Müller bis 2020 Redakteur beim Nord-deutschen Rundfunk in den Ressorts Wissenschaft und Zeitgeschichte. Außerdem zahlreiche Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften zu politischen und historischen Themen, u. a. in FAZ und taz über Perspektiven linker Politik und in Cicero über den Politikstil Angela Merkels. In der Kulturzeitschrift Merkur erschien 2020 sein Essay: „Lesen wir die deutsche Geschichte richtig?“ Eines seiner Hauptthemen sind außerdem die philosophischen, religiösen und spirituellen Traditionen der Menschheit, darunter auch die Ideen & Impulse Rudolf Steiners. 2021 erschien sein Buch Zumutung Anthroposophie. Rudolf Steiners Bedeutung für die Gegenwart, das innerhalb kurzer Zeit mehrere Auflagen erlebte und ins Französische übersetzt wurde. Eine englische Ausgabe ist in Vorbereitung. Zu Steiners 100. Todestag erscheint jetzt sein neues Buch im Kröner-Verlag: „Das Rätsel Rudolf Steiner. Irritation und Inspiration“.

Ort: Theologische Fakultät der HU
Burgstraße 26, 10178 Berlin

»Die objektive Entwicklung ist den Menschen des 19. Jahrhunderts, des 20. Jahrhunderts … über den Kopf gewachsen. Und die Zeiterscheinungen zeigen dieses Über-den-Kopf-Wachsen in allerintensivster Weise.« Rudolf Steiner.
Man muss kein Genie sein, um zu sehen, dass er hier genauso gut über unsere Gegenwart sprechen könnte, die sich mit ihrem unbedingten Glauben an die Macht der Technik an Steiner reibt wie nie zuvor. Was vor allem eines zeigt: Nach mehr als 100 Jahren gehört der Gründer der Anthroposophie zu den weltweit wirkmächtigsten Denkern, und er rief von Anfang an beides hervor: glühende Verehrung und empörte Kritik. Dass auch ein Dazwischen möglich ist und was Rudolf Steiner unserer Zeit zu sagen hat, zeigt der ausgewiesene Steiner-Spezialist Wolfgang Müller, der Steiner und sein Werk von heute aus neu befragt.

Wandtafelzeichnung und Vortrag von Rudolf Steiner in Prag am 20. April 1923: Was wollte das Goetheanum und was soll die Anthroposophie? Elf öffentliche Vorträge in Basel, Dornach, Prag, Wien und Paris.

2024

Literaturtage
Theologische Fakultät
der Humboldt-Universität zu Berlin

Literaturtage
Theologische Fakultät
der Humboldt-Universität zu Berlin


11. 07. 2024. I. 16:15-17:45uhr. Hörsaal 008
»Das Mysterium Marias«
Dr. Isis von Plato, Paris

Philosophin und Übersetzerin

Interview in Paris. Bericht über das Interview zwischen Prof. Dr. Luce Irigaray, Französische feministische Psychoanalytikerin, Linguistin, Kulturtheoretikerin und Dr. Isis von Plato

Isis von Plato studierte Kunstgeschichte in Nantes, London und Rom sowie Geschichte und Philosophie in Paris.
M.A. in Geschichte, Studium der Philosophie, Literatur und religiösen Anthropologie in Paris (E.H.E.S.S.), wobei sie sich auf hermeneutische Traditionen, Poetik und den Prozess der Schöpfung konzentrierte. Promotion in Paris (Sorbonne) und Berlin (Freie Universität) über Schillers Ästhetische Erziehung des Menschen.

Als Doktorin der Philosophie befasste sie sich in ihrer Forschungsarbeit mit der deutschen Aufklärung und der ästhetischen Erziehung Schillers, der über die Briefform eine Poetik des Dialogs entwickelt, in der die Ansprache konstitutiv für das Denken ist. Sie ist eine begeisterte Leserin von Goliarda Sapienza.

Sie unterrichtete Ästhetik an der Sorbonne und unterrichtet heute Germanistik und deutsche Philosophie an der Université Paul Valéry in Montpellier.

Isis von Plato ist deutsch-französischer
Abstammung und übersetzt in beide Richtungen sowie aus dem Englischen ins Französische.Sie übersetzte unter anderem Mark Twain, Die verdammte menschliche Rasse (2018), Texte von John Bergers Anthologie Portraits (2019), Hartmut Rosas Resonanzpädagogik (2022) und Demokratie braucht Religion (2023) ins Französische.

08.07.2022 I 16:14-17:45Uhr
 »Versuch einer Poetik für das Anthropozän«

Lectures mit Dr. Andreas Weber


»Enlivenment« ist der Versuch einer grundsätzlich neuen Sichtweise auf das Zusammenspiel von Natur, Mensch und Ökonomie. Es muß sich ein neues Verständnis der vielfäl-tigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Krisen, mit denen wir uns konfrontiert sehen, entwickeln.


Der Mensch heute erfasst die Natur zwar zutiefst und beeinflusst sie, aber zugleich selbst von der Natur und dem »Wilden« durch-drungen ist und von ihm bestimmt wird. Im Sinne der Aufklärung implementiert er daher in den philosophischen Diskurs die Kategorie der »Lebendigkeit« als fundamentale Kategorie des Denkens. Nur wenn man lernt, nicht von »Kontrolle« zu sprechen, sondern von »Teilhabe«, sobald man vom Verhältnis Mensch/Natur spricht, ist der Boden für eine neue Ökonomie und eine wirkungsvolle Form der Krisenbewältigung geschaffen
Gespräch:
Moderation: Prof. Dr. Andreas Feldtkeller




Anna-Sophie Brüning Dirigentin

SHIN Hyo Jin

Literaturtage 04.07.25 - 19:00h
St. Matthäus-Kirche am Kulturforum.
Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

PERFORMANCE
”Listening the fragile sound of healing”
Klangperformance von SHIN Hyo Jin in der Installation von William Engelen.

19:15h
VORTRAG - GESPRÄCH ”The Show must go off”
mit der Dirigentin Anna-Sophie Brüning,
Hannes Langbein und den Bühnenmütter


»Gibt es noch Bedarf daran, dass das Theater uns mit Skandalen, Tabubrüchen und traumatischen Geschichten aufrüttelt? Die Top Ten der Opern-literatur – ‹La Traviata›, ‹Othello›, ‹Don Giovanni›, ‹Carmen›, ‹Butterfly› – sind hoch traumatische Geschichten, bei denen am Ende fast immer die Frauen sterben, von der Engelsburg springen, in der Wüste verdursten oder erstochen werden wie bei Carmen. Der einzige Weg in die Freiheit ist der Tod. Aber ist das noch zeitgemäß, dass wir uns immer wieder diese Traumata erzählen? Wie wäre es, wenn zum Beispiel eine Carmen sagt: Ich steige aus. Vielen Dank, Prosper Mérimée, dass du mich erfunden hast. Vielen Dank, Georges Bizet, dass du die Musik dazu geschrieben hast. Ich bin jetzt 150 Jahre lang an jedem Abend irgendwo auf der Welt gestorben. Aber jetzt steige ich aus und kümmere mich um meine Heilung.... »
Anna-Sophie Brüning. Als Grenzgängerin zwischen den traditionellen, experimentellen, forschenden und pädagogischen Musikwelten kreiert sie neue Konzertformate und arbeitet mit so unters-chiedlichen Orchestern wie dem Barockorchester la festa musicale, Hannover, dem Odense Symphony Orchestra, dem Stegreif Orchester Berlin, dem Orchester des Internatio-nalen Musikfestivals Casalmaggiore, dem deutsch-französischen Demos Jugendorchester und vielen anderen zusammen. Im Auftrag der Barenboim-Said Foundation arbeitete sie etliche Jahre als Dirigentin und Pädagogin in Palästina, Israel und Jordanien.

SHIN Hyo Jin in Seoul geboren und in 1981 in die BRD immigriert, studierte klassische Europäische Musik und Biologie auf Lehramt in Berlin. Seit ihrer Jugend erlernte sie parallel klassische Koreanische Musik- und Performance-Künste. Seit 1994 führt sie in verschiedenen eigens gegründeten Ensembles diese auf und wirkt als Musikerin und Performerin in experimentellen, inter- und transkulturellen und zumeist interdisziplinären Projekten. Als Mitgründerin von Ensemble ~su kreiert sie seit 2012 zusammen mit dem Berliner Saxophonisten und Komponisten Peter Ehwald eine musikalische Welt, die zwischen Gu-Ak (Klassische Musik aus Korea), Mu-Ak (traditionelle Musik der Schamanen aus Korea), Jazz, Samulnori und zeitgenössischer improvisierter Musik oszilliert. Seit 2015 ergründet sie Wege zur Überschreitung von Grenzen zwischen akustischer Perkussionsmusik und Elektronischer Musik in Zusammenarbeit mit der Band Cindy Sizer a.k.a Syn3a (Tilman Porschütz, Mandy Mozart und Otto Oscar Hernández Ruiz). 2020 hat sie einen Austausch mit dem japanischen Produzenten DJ Scotch Egg a.k.a Scotch Rolex begonnen. Sie verbinden sich in ihrer Suche nach einer Musik jenseits von kulturellen Zuschreibungen und Sound-Kategorien. Sie ist Mitglied vom Künstlerkollektiv Daily Rhythms Collective in Graz, Österreich und Co-Kuratorin der Walden Performance-Reihe des KHF Berlin.


2024

Literaturtage
Theologische Fakultät
der Humboldt-Universität zu Berlin

Literaturtage
Theologische Fakultät
der Humboldt-Universität zu Berlin

Theologische Fakultät. Hörsaal 008
18. 07. 2024
16:15-17:45uhr

Zeitzeugin. Im Gespräch mit Eva Quistorp.
»Pionierinnen der feministischen Aussenpolitik und des Oekofeminismus«
Eva-Maria Quistorp studierte Evangelische Theologie, Germanistik und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin.
Sie wurde Mitglied des Präsidiums der Grünen in Deutschland 1986-1988 und Mitglied des Europäischen Parlaments 1989, gerade rechtzeitig, um sich gegen das Massaker von Tianmen in China zu stellen und den Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs in Europa mit ihren Freunden von Solicarnosc und Charta 77 zu begleiten, die sie seit dem Einmarsch der UdSSR-Truppen in Prag 1968 viele Jahre lang unterstützt hatte. Sie arbeitete im Präsidium des Internationalen Friedensbüros mit Cora Weiss und May BRitt Theorin sowie zuvor in der European Nuclear Disarmament END mit Mary Kaldor, Mient Jan Faber, Edward Thompson und Rudolf Bahro.
Seit 1980 brachte sie Frauen-, Umwelt-, Menschen-rechts- und Friedenspolitik und Klimanetzwerke auf den globalen UN-Konferenzen ein, wie in Kopen-hagen 1980, Nairobi 1985, Rio 1992, Wien 1993, Peking 1995, Istanbul 1996, Bonn 2001, Warschau, 2013, Bonn 2017.
Sie initiierte die erste KSZE der Frauen in Berlin 1990 mit ihrer Freundin Margarete Papandreou vom Frauengipfel, mit der sie Gorbatschovs und Schewardnaze 1987-1988 und Mandela und Bischof Tutu zwischen 1992-1994 traf.

07.07.2022 I 16:00-17:45Uhr  
Der Messias kommt nicht: Abschied vom jüdischen Erlöser
Lectures: Prof. Dr. Dr. h.c. Daniel Krochmalnik

Die Geschichte des Messias im Judentum ist eine Geschichte enttäuschter Hoffnungen. Immer wieder gab es Heilsfiguren, denen diese Rolle zugeschrieben wurde. Doch die Erlösung von Be-satzung und Fremdherrschaft, Exil, Unterdrückung und Verfolgung blieb aus. Deshalb geriet die Erwartung des Messias an die Peripherie jüdischer Theologie. Im Gang durch die jüdische Geistes-geschichte wird die Abkehr von einem personalen Messias und die Bekräftigung der Hoffnung der Propheten auf ein universales messianisches Zeitalter aufgezeigt. Dies betont die Pflicht aller Menschen, an der Heilung der Welt mitzuwirken.