Glockengeläut. Mies van der Rohe. Matthias der dreizehnte Apostel. Alexander Calder + Têtes et queue. Fotografie Friederike Schinagl, 2026

Film von Manuel Linke und Sibylle Stier, Künstlerin

Otto Oscar Hernández Ruiz
spaziergangwissenschaften thüringeni

Sara und Yusra Mardini. Unsere Geschichte ist größer als wir – es geht darum, von Millionen von Geflüchteten zu erzählen.
Women of the Year”-Award 2025

Liebesgeister, Kinospielfilm Upcoming. Regie Benjamin Heisenberg. Regisseur, Autor, Künstler

Rosa Coco Schinagl und Ahyoka am Brotjacklriegel

Prof. Dr. Andreas Burkert

Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass, selbst wenn die Ozeane kochen und die Hurrikane gewaltsam gegen unsere einst sicheren Ufer schlagen und die Luft mit der Hitze des drohenden Untergangs schwitzt, und unsere Fäuste gegen die Verleugnung der Klima-gerechtigkeit protestieren, dass es einen Weg gibt, der nichts mit Sieg oder Niederlage zu tun hat: ein Ort, von dem wir die Koordinaten noch nicht kennen; eine Frage, die wir noch nicht stellen müssen. Der Punkt des abge-schiedenen Pfeils besteht nicht nur darin, das Bullseye zu durchbohren und die Trophäe zu tragen: Der Punkt des Pfeils besteht darin, den Wind zu singen und die Welt in der Kürze des Fluges neu zu gestalten. Es gibt Dinge, die wir tun müssen, die wir sagen müssen, Gedanken, die wir denken müssen, die nicht wie die Bilder des Erfolgs aussehen, die unsere Visionen von Gerechtigkeit so gründlich besessen haben. Möge dieses neue Jahrzehnt als das Jahrzehnt des seltsamen Pfades, des dritten Wegs, des gebrochenen Doppelsteins, der durchquerenden Störung, des kairotischen Moments, der posthumanen Bewegung für die Emanzipation, der Gabe der Orientierungs-losigkeit, die neue Orte der Macht eröffnete, und der langsamen Gliedmaßen in Erinnerung bleiben. Möge dieses Jahrzehnt mehr als nur Lösungen bringen, mehr als nur eine Zukunft - möge es Wörter bringen, die wir noch nicht kennen, und Zeitlichkeiten, die wir noch nicht bewohnt haben. Mögen wir langsamer sein, als die Geschwindigkeit berechnen könnte, und schneller als der Zug der Schwerkraft von Wörtern einsperren kann. Und mögen wir so gründlich besucht werden und uns an wilden Orten so überwiegend treffen, dass wir unterlassen bleiben. Bereit für die Kompostierung. Bereit für das Unmögliche. Willkommen im Jahrzehnt des Flüchtigen. Bayo Akomolafe

Im Himmel steht auch ein Haus,
sagte die vierjährige Alma Lou vor einiger Zeit zu mir.
Vom Bleiben und Gehen.
Eine Begegnung vieler Welten
.



18.00 - 19:00
Filmvorführung

Vom Bleiben und Gehen – eine Begegnung zweier Welten
Ein Film von Manuel Linke, Sibylle Stier und Josef Eder.

Eine Gruppe Jugendlicher der Rosenheimer Waldorfschule reist unter der Leitung von Sibylle Stier nach Tunesien, um dort auf Geflüchtete zu treffen, die in dem nordafrikanischen Land fest-sitzen. Begleitet vom Community Dance Choreograph Josef Eder erkunden sie eine Realität, die in starkem Kontrast zu ihrer eigenen steht. Nach zehn Tagen kehren die Schüler:innen zurück nach Deutschland, wo sie ihre Erfahrungen im Theater-stück „Niemandsland“ verarbeiten.Der Dokumentarfilm macht diesen besonderen Austausch erfahrbar, zeigt die persönliche Entwicklung der Schüler:innen und gibt Einblick in eine oft übersehene und schwierige humanitäre Situation.
Wir sind überzeugt, dass er auch für viele Schulen von Interesse sein könnte, da er zeigt, welche außergewöhnlichen Projekte im Rahmen der Bildung möglich sind. Besonders spannend ist zu beobachten, wie die Schüler:innen durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema wachsen und sich weiterentwickeln.

19:15 NIEMANDSLAND
Manuel Linke, Director of Photography
Benjamin Heisenberg. Regisseur, Autor, Künstler
Yusra Mardini, syrische Aktivistin, Autorin, Speakerin. Angefragt.
Moderation: Hannes Langbein und Dr. Rosa Coco Schinagl

Wir haben unser Zuhause und damit die Vertrautheit unres Alltags verloren. Wir haben unseren Beruf verloren und damit das Vertrauen eingebüßt, in dieser Welt irgendwie von Nutzen zu sein. Wir haben unsere Sprache verloren und mit ihr die Natürlichkeit unserer Reaktionen, die Einfachheit unserer Gebärden und den ungezwungenen Ausdruck unserer Gefühle. Wir haben unsere Verwandten in den … Ghettos zurückgelassen, unsere besten Freunde sind … umgebracht worden, und das bedeutet den Zusammenbruch unserer privaten Welt. Hannah Arendt über das Geflüchtetendasein.

20:15
PERFORMANCE.
promenadologie - spaziergangwissenschaften
Otto Oscar Hernández Ruiz

20:30 XP -PX =ih
QUANTENPHYSIK . NATUR . GLAUBE.

Die Tradition nicht anstelle des Neuen, sondernals Quelle des Neuen zu erschließen.
Aber wo ist die Quelle?
Prof. Dr. Andreas Feldtkeller im Gedankenaustausch mit Prof. Dr. Andreas Burkert, Astrophysiker

Die Quantenphysik hat die einseitige Sicht der Naturwissenschaft, sie hat den Determinismus aufgelöst, infrage gestellt und lässt so wieder Raum für das Göttliche. Aber sie kann nichts über Gott aussagen. Heute ist es unsere Aufgabe, den Dialog, das Gespräch mit den Naturwissenschaft, mit der Quantenphysik, der Astronomie und mit der Gehirnforschung zu führen. Der Dialog hat immer auch Auswirkungen auf die Theologie, auf die Religionen, auf die Mystik und Spiritualität. Naturwissenschaft und Dogmatik, die Glaubenslehren, bewegen sich auf verschiedenen Ebenen. Die Ebenen haben gemeinsame Schnittgeraden. Und dies gilt es zu beachten. Kann man an den Urknall und gleichzeitig an Gott glauben? Je mehr wir das Weltall erforschen, desto mehr staunen wir, wie alles zusammenhängt. Und das Faszinierendste ist, dass wir den Aufbau des zunächst unglaublich fremden Weltalls verstehen können. Gerade das aber führt uns zum Staunen über die wunderbare Komplexität. Die Quelle ist nicht starr in der Vergangenheit konserviert, sondern liegt im forschenden, staunenden Nachdenken über die lebendigen Wurzeln und dem ständigen Dialog zwischen dem Ursprung und den Fragen der Gegenwart. Sie entspringt dem Geist, der aus dem Vergangenen schöpft, um es für das Heute fruchtbar zu machen.Offene naturwissenschaftliche Phänomene – wie der Ursprung der Naturkonstanten, die Naturgesetze selbst oder der Zufall in der Quantenphysik – lassen für viele Physiker und Religionsgelehrte Raum für die Annahme einer höheren Wirklichkeit.

21:30h PERFORMANCE.
promenadologie - spaziergangwissenschaften
Otto Oscar Hernández Ruiz

Was ist die Kunstauktion der EKBO? „Kunst hilft helfen“ ist das Motto der Kunstauktion der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz (EKBO). Seit 1996 setzt sich die Kunstauktion unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Bischofs und mit zahlreichen Partner*innen in Kunst und Kultur für Migrant*innen und Geflüchtete ein. Einmal im Jahr kommen jetzt zwischen 50 und 60 Werke zeitgenössischer Kunst zur Auktion. Zuvor werden die Werke in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Wem kommen die Einnahmen zugute? Die Einnahmen kommen kirchlichen Projekten von und mit Migrant*innen und Geflüchteten und den beteiligten Künstler*innen zugute – in den vergangenen Jahren: u.a. Asyl in der Kirche e.V., SOS Mediterrane, Jugendbegegnungen in Neutrebbin. Kirchliche Projekte von und mit Migrant*innen können sich auf eine Förderung durch die Kunstauktion bewerben. Die Gelder werden durch den Finanzausschuss Migration und Integration vergeben. https://www.ekboart.de/

VITAS KÜNSTLER und REFERENT.INNEN in Arbeit…..
Manuel Linke
Der Dokumentarfilmer und Kameramann Manuel Linke ist ein ehemaliger Schüler der Freien Waldorfschule Chiemgau und hat das Projekt filmisch begleitet. Nun ist seine Dokumentation erschienen. Unsere Autorin beschreibt Projekt und Film.
https://manuel-linke.de/kameramann-ac

Otto Oscar Hernández Ruiz
Otto Ruiz arbeitet in drei Kunstmedien: Malerei, Zeichnung und Performance. Er untersucht dabei die Konstruktion und Dekonstruktion der eigenen Wahrnehmung seiner Umwelt. Seine Arbeiten beschäftigen sich immer wieder mit der Gestaltung von Landschaften. Seine großen, polychromen Bilder erinnern durch Texturen und Farben an unterschiedliche Stimmungen, enthalten eine komplexe räumliche Struktur und beziehen sich auf den aktuellen Begriff der Landschaftsmalerei. 1999 Diplom in Architektur.an der Universität von Havanna Ab 2004 Studium an der Bauhaus-Universität zu Weimar.

Benjamin Heisenberg
Ich empfinde das Leben so. Es gibt Veränderungen und Entwicklung, aber Lösungen nur so weit, als am Ende eines Prozesses wieder ein Neuer beginnt. Und so geht es weiter.

Heisenberg studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München und erhielt nach seinem Abschluss den Debutant-Preis. Anschließend arbeitete er an mehreren Kurz- und Experimentalfilmen, was zu seinem ersten narrativen Kurzfilm und schließlich zu seiner Entscheidung führte, Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) zu studieren. Heisenbergs Debütfilm „Schläfer“ feierte in Cannes in der Reihe „Un Certain Regard“ Premiere und wurde unter anderem mit dem „First Steps Award“ und dem „Max-Ophüls-Preis“ ausgezeichnet. Im Jahr 2010 wurde sein Film „Der Räuber“ im Wettbewerb der Berlinale gezeigt, und Heisenberg erhielt sowohl den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchs-regisseur als auch den Österreichischen Filmpreis als bester Regisseur. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur und Drehbuchauto hat Heisenberg Videoarbeiten, Installationen und Zeichnungen in Galerien und Museen ausgestellt. Er erhielt unter anderem den Leonard-und-Ida-Wolf-Gedächtnispreis (1999) und den Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt München (2001). Im Jahr 2012 gewann er den Wettbewerb für ein Kunst-am-Bau-Projekt für die NS-Dokumentationsstelle in München. Zusammen mit Christoph Hochhäusler und Sebastian Kutzli gründete Heisenberg 1998 die Filmzeitschrift „Revolver“ und ist bis heute Mitherausgeber der Zeitschrift.
https://benjaminheisenberg.com

Prof. Dr. Andreas Burkert
Ordinarius und Leiter des Lehrstuhls für theoretische und numerische Astrophysik an der LMU Muenchen. Assoziierter Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik, Garching Higgs-Fellow Koordinator des Exzellenz-clusters “Origins”. Counselor: Europäische Astronomische Gesellschaft. Herausgeber: Astrophysik Aktuell (Springer), Astronomy & Astrophysics Library (Springer). Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Mitglied im Club of Rome. 2011-2014: Präsident der Deutschen Astronomischen Gesellschaft. 2011: Die Internationale Astronomische Union benennt einen Kleinplaneten 267003 Burkert”. Prof. Dr. Andreas Burkert ist Hochschullehrer an der Ludwig-Maximilians Universität (LMU) München und leitet den Lehrstuhl für theoretische und numerische Astrophysik. Er erforscht die Entwicklung des Universums, vom Urknall bis heute, die Natur der dunklen Materie, sowie die Entstehung von Galaxien, Sternen und Planeten. Er möchte verstehen wie aus den einfachen Bedingungen des Urknalls heraus sich das heute beobachtbare komplexe Universum bis zum Leben entwickeln konnte und ob es auch Leben anderswo im All gibt.
https://www.andreasburkert.com

Hannes Langbein
Studium der evangelischen Theologie in Heidelberg, Zürich, Princeton und Berlin. Im Anschluss Referent im Kulturbüro der EKD sowie Promotionsstudent am Institut für Bildwissenschaften in Rostock. Vikariat an der St. Nikolai-Gemeinde in Berlin-Spandau anschließend Pfarrer in Entsendung an der Stiftung St. Matthäus. Redakteur der Zeitschrift „kunst und kirche“. Präsident der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche „Artheon“.  Seit 2018 Direktor der Stiftung St. Matthäus. Pfarrer der St. Matthäus-Kirche. Kunstbeauftragter der EKBO. Referent, Kurator, Autor

Dr. theol. res. Rosa Coco Schinagl Theologin, Autorin, Projektleitung KPB, Studienleiterin Schwerpunkt Frauen in der EKBO (2023-2025), Referentin im Büro des Präsidenten der EKBO für Projekt- und Prozessmanagement (2020-2023) Referentin Deutscher Kirchentag Fulda, Referentin Akademie der Weltreligionen Universität  Hamburg, Mitglied der Präsidialversammlung Deutscher Evangelischer Kirchentag, Vorstand der Frauen in der EKBO, Konferenzteilnahme in der USA, Kuba, Jordanien, Israel, Südafrika etc.