Glockengeläut. Mies van der Rohe. Matthias der dreizehnte Apostel. Alexander Calder + Têtes et queue. Fotografie Friederike Schinagl, 2026

Film von Manuel Linke und Sibylle Stier, Künstlerin

Otto Oscar Hernández Ruiz
spaziergangwissenschaften thüringeni

Jenaba Samura ist freie Autorin, Researcherin, Podcasterin, Moderatorin.

Liebesgeister, Kinospielfilm Upcoming.
Benjamin Heisenberg. Regisseur, Autor, Künstler

Yaroslava Black-Terletska

Prof. Dr. Andreas Burkert

Die Schöpfung, Raban, 10 Jahre. Buchkinder Leipzig

Rudolf Steiner, Geister der Form, 18. März 1923
Suche im Inneren das Lichtvolle, und du findest die Welt. Suche im Äußeren das Sinnvolle, und du findest dich selbst.

Bayo Akomolafe
Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass, selbst wenn die Ozeane kochen und die Hurrikane gewaltsam gegen unsere einst sicheren Ufer schlagen und die Luft mit der Hitze des drohenden Untergangs schwitzt, und unsere Fäuste gegen die Verleugnung der Klima-gerechtigkeit protestieren, dass es einen Weg gibt, der nichts mit Sieg oder Niederlage zu tun hat: ein Ort, von dem wir die Koordinaten noch nicht kennen; eine Frage, die wir noch nicht stellen müssen. Der Punkt des abgeschiedenen Pfeils besteht nicht nur darin, das Bullseye zu durchbohren und die Trophäe zu tragen: Der Punkt des Pfeils besteht darin, den Wind zu singen und die Welt in der Kürze des Fluges neu zu gestalten. Es gibt Dinge, die wir tun müssen, die wir sagen müssen, Gedanken, die wir denken müssen, die nicht wie die Bilder des Erfolgs aussehen, die unsere Visionen von Gerechtigkeit so gründlich besessen haben. Möge dieses neue Jahrzehnt als das Jahrzehnt des seltsamen Pfades, des dritten Wegs, des gebrochenen Doppelsteins, der durchquerenden Störung, des kairotischen Moments, der posthumanen Bewegung für die Emanzipation, der Gabe der Orientierungs-losigkeit, die neue Orte der Macht eröffnete, und der langsamen Gliedmaßen in Erinnerung bleiben. Möge dieses Jahrzehnt mehr als nur Lösungen bringen, mehr als nur eine Zukunft - möge es Wörter bringen, die wir noch nicht kennen, und Zeitlichkeiten, die wir noch nicht bewohnt haben. Mögen wir langsamer sein, als die Geschwindigkeit berechnen könnte, und schneller als der Zug der Schwerkraft von Wörtern einsperren kann. Und mögen wir so gründlich besucht werden und uns an wilden Orten so überwiegend treffen, dass wir unterlassen bleiben. Bereit für die Kompostierung. Bereit für das Unmögliche. Willkommen im Jahrzehnt des Flüchtigen.

Im Himmel steht auch ein Haus,
sagte die vierjährige Alma Lou vor einiger Zeit zu mir.
Vom Bleiben und Gehen.
Eine Begegnung vieler Welten
.

18.00 - 19:00 FILM
vom bleiben und gehen – eine begegnung zweier welten
Begrüßung: Rosa Coco Schinagl und Hannes Langbein

Ein Film von Manuel Linke, Sibylle Stier und Josef Eder.
Eine Gruppe Jugendlicher der Rosenheimer Waldorfschule reist unter der Leitung von Sibylle Stier nach Tunesien, um dort auf Geflüchtete zu treffen, die in dem nordafrikanischen Land fest-sitzen. Begleitet vom Community Dance Choreograph Josef Eder erkunden sie eine Realität, die in starkem Kontrast zu ihrer eigenen steht. Nach zehn Tagen kehren die Schüler:innen zurück nach Deutschland, wo sie ihre Erfahrungen im Theater-stück „Niemandsland“ verarbeiten.Der Dokumentarfilm macht diesen besonderen Austausch erfahrbar, zeigt die persönliche Entwicklung der Schüler:innen und gibt Einblick in eine oft übersehene und schwierige humanitäre Situation.
Wir sind überzeugt, dass er auch für viele Schulen von Interesse sein könnte, da er zeigt, welche außergewöhnlichen Projekte im Rahmen der Bildung möglich sind. Besonders spannend ist zu beobachten, wie die Schüler:innen durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema wachsen und sich weiterentwickeln.

19:15. NIEMANDSLAND
reden über kunst und flucht
Manuel Linke, Director of Photography
Benjamin Heisenberg. Regisseur, Autor, Künstler
Yaroslava Black-Terletska, Priesterin, Autorin, angefragt.
Hannes Langbein, Künstlerische Leitung EkboArt, Kunstbeauftragter der EKBO
und Direktor der Stiftung St. Matthäus.
Moderation: Jenaba Samura, Researcherin, Autorin, Podcasterin, Moderatorin.

20:15 PERFORMANCE.
promenadologie - spaziergangwissenschaften
Otto Oscar Hernández Ruiz, Architkt, Künstler.
Veronika Tokareva, Opersängerin, Mezzosopran.

Ich ging in den Wald, um meine Gedanken zu ordnen, doch der Wald fing an, mich zu ordnen. Jeder Schritt auf dem feuchten Moos war ein Schritt weg von der Angst und ein Schritt hinein in diese neue, fremde Erde, die mich noch nicht kannte. .. Usama Al Shahmani, In der Fremde sprechen die Bäume arabisch ... In seinen Romanen verknüpft er das Gehen im Schweizer Wald direkt mit dem Trauma der Flucht und der Suche nach Heimat. Der Wald wird hier zum Raum einer erzwungenen, heilenden Promenadologie.

20:30. ERSCHEINUNGEN.
AUF DEN TISCH WÄCHST KEIN REIS
quantenphysik - natur . glaube .

Die Tradition nicht anstelle des Neuen, sondern als Quelle des Neuen zu erschließen.
Aber wo ist die Quelle?
Andreas Feldtkeller im Gedankenaustausch
mit dem Astrophysiker Andreas Burkert.

Die Quantenphysik hat die einseitige Sicht der Naturwissenschaft, sie hat den Determinismus aufgelöst, infrage gestellt und lässt so wieder Raum für das Göttliche. Aber kann sie etwas über Gott aussagen? Vielleicht kann man an den Urknall und gleichzeitig an Gott glauben – und zwar ohne einen logischen Widerspruch? Naturwissenschaft und Dogmatik, die Glaubenslehren, bewegen sich auf verschiedenen Ebenen. Die Ebenen haben gemeinsame Schnittgeraden. Und genau hier liegt die fruchtbare Aufgabe des Dialogs: Nicht die Naturwissenschaft religiös zu vereinnahmen und nicht die Religion naturwissenschaftlich beweisen zu wollen, sondern beide miteinander ins Gespräch zu bringen. Dann kann die Physik durchaus Konsequenzen dafür haben, wie Theologie über Schöpfung, Zeit, Kausalität, Freiheit und menschliche Erkenntnis nachdenkt – ohne selbst Theologie zu werden.

21:30h PERFORMANCE.
promenadologie - spaziergangwissenschaften
Otto Oscar Hernández Ruiz, Architkt, Künstler.
Veronika Tokareva, Opersängerin, Mezzosopran.

Kunstauktion der EKBOArt
”Kunst hilft helfen“ ist das Motto der Kunstauktion der Evangelischen Kirche Berlin-Branden-burg schlesische Oberlausitz (EKBO). Seit 1996 setzt sich die Kunstauktion unter der Schirm-herrschaft des jeweiligen Bischofs und mit zahlreichen Partner*innen in Kunst und Kultur für Migrant*innen und Geflüchtete ein. Einmal im Jahr kommen jetzt zwischen 50 und 60 Werke zeitgenössischer Kunst zur Auktion. Die Einnahmen kommen kirchlichen Projekten von und mit Migrant*innen und Geflüchteten und den beteiligten Künstler*innen zugute.

Hannah Arendt „Wir haben unser Zuhause und dann die Vertrautheit des Alltags verloren. Wir haben unseren Beruf verloren und damit das Vertrauen eingebüßt, in dieser Welt irgendwie von Nutzen zu sein…Wir haben unsere Sprache verloren und mit ihr die Natürlichkeit unserer Reaktionen, die Einfachheit unserer Gebärden und den ungezwungenen Ausdruck unserer Gefühle. Unsere Identität wechselt so häufig, dass keiner herausfinden kann, wer wir eigentlich sind. [...] und das bedeutet den Zusammenbruch unserer privaten Welt.“

VITAS KÜNSTLER und
REFERENT.INNEN

Manuel Linke, Director of Photographie
Der Dokumentarfilmer und Kameramann Manuel Linke ist ein ehemaliger Schüler der Freien Waldorfschule Chiemgau und hat das Projekt filmisch begleitet. Nun ist seine Dokumentation erschienen. https://manuel-linke.de/kameramann-ac

Jenaba Samura
ist freie Autor*in, Podcast Host und Moderator*in, dabei bewegt sie sich immer wieder an der Schnittstelle von Theater/Politik. Jenabas Schwerpunktthemen sind koloniale Konstruk-tionen von Geschlecht und Sexualität sowie die Effekte von Rassismus auf die mentale Gesundheit. Als Promovendin der Literaturwissenschaften forscht Jenaba aktuell im Projekt „Schwarze Narrative transkultureller Aneignung“ zu Imaginationen eines Schwarzen Europas. Zuvor studierte Jenaba Gender- sowie Postcolonial Studies in Göttingen und London.

Benjamin Heisenberg.
”Ich empfinde das Leben so. Es gibt Veränderungen und Entwicklung, aber Lösungen nur so weit, als am Ende eines Prozesses wieder ein Neuer beginnt. Und so geht es weiter”

Heisenberg studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München und erhielt nach seinem Abschluss den Debutant-Preis. Anschließend arbeitete er an mehreren Kurz- und Experimentalfilmen, was zu seinem ersten narrativen Kurzfilm und schließlich zu seiner Entscheidung führte, Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) zu studieren. Heisenbergs Debütfilm „Schläfer“ feierte in Cannes in der Reihe „Un Certain Regard“ Premiere und wurde unter anderem mit dem „First Steps Award“ und dem „Max-Ophüls-Preis“ ausgezeichnet. Im Jahr 2010 wurde sein Film „Der Räuber“ im Wettbewerb der Berlinale gezeigt, und Heisenberg erhielt sowohl den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchs-regisseur als auch den Österreichischen Filmpreis als bester Regisseur. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur und Drehbuchauto hat Heisenberg Videoarbeiten, Installa-tionen und Zeichnungen in Galerien und Museen ausgestellt. Er erhielt unter anderem den Leonard-und-Ida-Wolf-Gedächtnispreis (1999) und den Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt München (2001). Im Jahr 2012 gewann er den Wettbewerb für ein Kunst-am-Bau-Projekt für die NS-Dokumentationsstelle in München. Zusammen mit Christoph Hochhäusler und Sebastian Kutzli gründete Heisenberg 1998 die Filmzeitschrift „Revolver“ und ist bis heute Mitherausgeber der Zeitschrift.

Otto Oscar Hernández Ruiz
Otto Ruiz arbeitet in drei Kunstmedien: Malerei, Zeichnung und Performance. Er untersucht dabei die Konstruktion und Dekonstruktion der eigenen Wahrnehmung seiner Umwelt. Seine Arbeiten beschäftigen sich immer wieder mit der Gestaltung von Landschaften. Seine großen, polychromen Bilder erinnern durch Texturen und Farben an unterschiedliche Stimmungen, enthalten eine komplexe räumliche Struktur und beziehen sich auf den aktuellen Begriff der Landschaftsmalerei. 1999 Diplom in Architektur.an der Universität von Havanna Ab 2004 Studium an der Bauhaus-Universität zu Weimar.

Veronika Tokareva
ist eine junge Opernsängerin aus Russland, lebt in Weimar. 2019 kam Veronika nach Deutschland und studierte am Franz-Liszt-Konservatorium (Weimar). Sie arbeitete mit renommierten Sängern, Regisseuren und Dirigenten zusammen.Noch während ihres Studiums  an der Fakultät für Kunst der Staatlichen Universität Moskau in der Klasse von Marina Shutova wurde Veronika an der Akademie für junge Sänger des Mariinski-Theaters unter der Leitung von Larisa Gergieva aufgenommen.Dank ihrer Klavierausbildung sowie ihrer Kenntnisse in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch beeindruckt Veronika durch ihre tiefgründige künstlerische Persönlichkeit, die sie sowohl im Opernrepertoire als auch im vokalmusikalischen Kammergenre zum Ausdruck bringt, indem sie Werke von Komponisten aus Russland und der ganzen Welt aufführt.

Prof. Dr. Andreas Burkert, Ordinarius und Leiter des Lehrstuhls für theoretische und numerische Astrophysik an der LMU Muenchen. Assoziierter Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik, Garching Higgs-Fellow Koordinator des Exzellenz-clusters “Origins”. Counselor: Europäische Astronomische Gesellschaft. Herausgeber: Astrophysik Aktuell (Springer), Astronomy & Astrophysics Library (Springer). Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Mitglied im Club of Rome. 2011-2014: Präsident der Deutschen Astronomischen Gesellschaft. 2011: Die Internationale Astronomische Union benennt einen Kleinplaneten 267003 Burkert”. Prof. Dr. Andreas Burkert ist Hochschullehrer an der Ludwig-Maximilians Universität (LMU) München und leitet den Lehrstuhl für theoretische und numerische Astrophysik. Er erforscht die Entwicklung des Universums, vom Urknall bis heute, die Natur der dunklen Materie, sowie die Entstehung von Galaxien, Sternen und Planeten. Er möchte verstehen wie aus den einfachen Bedingungen des Urknalls heraus sich das heute beobachtbare komplexe Universum bis zum Leben entwickeln konnte und ob es auch Leben anderswo im All gibt.

Prof. Dr. Andreas Feldtkeller

Lehrstuhlinhaber Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie, 2008 Hans-Sigrist-Preis Schweiz- Der internationale Forschungspreis der Universität Bern ist mit 100.000 Schweizer Franken dotiert, Vertrauensdozent der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Autor von zahlreichen Publikationen. Mitinitiator (stellv. Direktor) Berliner Institut für Islamische Theologie an der HU, Mitglied im „Institutsrat Berliner Institut für Islamische Theologie“, Mitglied im „Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien“.

Dr. theol. res. Rosa Coco Schinagl Theologin, Autorin, Projektleitung KPB, Studienleiterin Schwerpunkt Frauen in der EKBO (2023-2025), Referentin im Büro des Präsidenten der EKBO für Projekt- und Prozessmanagement (2020-2023) Referentin Deutscher Kirchentag Fulda, Referentin Akademie der Weltreligionen Universität  Hamburg, Mitglied der Präsidial-versammlung Deutscher Evangelischer Kirchentag, Vorstand der Frauen in der EKBO, Konferenzteilnahme in der USA, Kuba, Jordanien, Israel, Südafrika etc. Ihr Thema der Promotion war: ”Die Liebe und das Böse aus Sicht Hannah Arendts vor dem Hintergrund ihrer Arbeit an christlicher Theologie. Arendts Kritik am christlichen Liebesbegriff als lebenslange Gesellschaftskritik”.
 
Hannes Langbein
Studium der evangelischen Theologie in Heidelberg, Zürich, Princeton und Berlin. Im Anschluss Referent im Kulturbüro der EKD sowie Promotionsstudent am Institut für Bildwissenschaften in Rostock. Vikariat an der St. Nikolai-Gemeinde in Berlin-Spandau anschließend Pfarrer in Entsendung an der Stiftung St. Matthäus. Redakteur der Zeitschrift „kunst und kirche“. Präsident der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche „Artheon“.  Seit 2018 Direktor der Stiftung St. Matthäus. Pfarrer der St. Matthäus-Kirche. Kunstbeauftragter der EKBO. Referent, Kurator, Autor.

Jacob 5 Jahre, Buchkinder, Leipzig